Die Foire Agricole 2020: Ein unerwarteter Erfolg!

  

 Aufgrund der Corona Krise und der dadurch bedingten, frühzeitigen Absage der traditionellen „Foire agricole“ in den Deichwiesen in Ettelbrück, war damit zu rechnen, dass die diesjährige digitale Ausgabe in einer nie dagewesenen Situation stattfinden und in die Geschichtsbücher eingehen wird. Natürlich konnte die alternative Veranstaltung in einer digitalen Form das Original nicht ersetzen, dennoch wurde den Interessenten jede Menge an "Landwirtschaft pur“ geboten.

In seiner Eröffnungsrede unterstrich Landwirtschaftsminister Romain Schneider, dass die Bevölkerung durch die Corona Krise gemerkt hätte, wie wichtig die Produktion von einheimischen Lebensmitteln sei. Nun sei es an der Politik, diesen Trend aufrecht zu halten und die Herstellung von regionalen und lokalen Lebensmitteln weiter zu fördern. Zunehmend spielen Öffentlichkeitsund Aufklärungsarbeit in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Die FAE bot immer einen optimalen Rahmen, der Allgemeinheit, die luxemburgische Agrarbranche näher zu bringen. Diesen Anspruch hatten die Organisatoren auch an die Ausgabe 2020. Die Veranstalter setzten alles daran, dem Publikum einen möglichst echten und konkreten Einblick in die Landwirtschaft mit ihren verschiedenen Facetten, zu gewähren. Durch die Absage aller Tierwettbewerben und Live-Maschinenvorführungen war die diesjährige Veranstaltung für das Fachpublikum eher irrelevant. Nichtsdestotrotz bot die digitale Ausgabe viele Neuerungen und konnte, wie es die offiziell von den Organisatoren genannten Zahlen bestätigen, einen riesigen Erfolg verbuchen. Mit Hilfe von Live-Reportagen, Workshops undInterviews wurde dem Publikum ein sehr umfangreichen Überblick der regionalen Landwirtschaft gegeben. Partiell wurden auch die Probleme verdeutlicht, mit denen die Agrarbranche häufig zu kämpfen hat, denen sich aber Bürger ohne Bezug zur Landwirtschaft, oft überhaupt nicht oder nur unzureichend bewusst sind. Die aufgezeichneten Live-Reportagen und Beiträge sind weiterhin online auf www.fae.lu abrufbar. Sie können als Arbeitsmaterial in der Aufklärung und Promotion zu Gunsten des Agrarsektors genutzt werden. Ebenfalls ist eine Reihe mit kleinen Aufgaben für Schüler und Schülerinnen zu verschiedenen Themenbereichen der Landwirtschaft verfügbar. Sie sollen als Quelle und Unterlage zu grundlegenden Themen der Wissensvermitlung in Schulen dienen. Live-Videos stellen die Vielfalt der Landwirtschaft, des Weinbaus sowie des Obst- und Gartenbaus in Luxemburg dar. Sie zeigen die breite Palette der Produkte sowie die vielen Anstrengungen, die im gesamten Agrarsektor unternommen werden, um die Verbraucher mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen. Zudem informieren sie über den multiplen Einsatz der Landwirtschaft in Bezug auf den Umwelt-, Wasser-,und Klimaschutz und den Erhalt des Landschaftsbilds. Durch zahlreichen Interviews und Berichte rundum den gesamten Sektor, sei es die Bio-Landwirtschaft oder die eher als intensiv angesehene konventionelle Produktionsschiene, wurde auch deutlich, dass die Produzenten mittlerweile insgesamt nachhaltiger und umweltgerechter handeln. So wird z. B. die Mehrheit der Offenland-Biotope von konventionellen Betrieben bewirtschaftet. Des Weiteren spielt bei beiden Produktionsrichtungen die mechanische Unkrautbekämpfung eine zentrale Rolle. Diskussionen rund um die gemeinsame Agrarpolitik und den Agrarmarkt wurden geführt und Divergenzen diskutiert. Die Organisatoren wollten den Keil, der in den Medien, oft zwischen Bio- und konventionelle Landwirtschaft geschlagen wird, etwas lockern. Sie stellten klar, dass diese Schwarz-Weiß Darstellung eigentlich total „ungesund“ und fehl am Platz ist. Die Veranstalter haben versucht, möglichst vielseitige und spezifische Beiträge zu veröffentlichen. Unternehmergeist, der Wille und die Bereitschaft etwas Neues anzugehen, Eigenschaften die bei vielen jungen Akteuren im Bereich der Landwirtschaft vorhanden sind, sollte der Zuschauer mit auf den Weg bekommen und somit ein differenzierteres, positiveres Bild des gesamten Sektors zu verinnerlichen.